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Ludovic Righetti
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Claudia Däfler
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Preise

Medaillen-Marathon für Tübinger Robotik-Forscher

Tübingen – Stockholm – Berlin – Stockholm – Tübingen; Ludovic Righetti bekommt innerhalb von 24 Stunden zwei bedeutende Preise für junge Wissenschaftler verliehen

18. Mai 2016

Am 18. Mai 2016 wird Dr. Ludovic Righetti, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, als einer von zehn jungen Wissenschaftlern mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2016 geehrt. Der Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben. Mit der Berliner Preisverleihung hat sich Righetti quasi warmgelaufen; darf er doch einen Tag später, am 19. Mai 2016, in Stockholm einen bedeutenden Nachwuchspreis innerhalb der Robotik-Forschung entgegennehmen. Während der ICRA, der internationalen und bedeutenden Konferenz zum Thema Robotik und Automatisierung, wird Righetti für seine herausragenden Leistungen in seiner Forschung zu Bewegungs- und Kontaktverhalten von Robotern mit dem (akademischen) RAS Early Career Award geehrt – eine Art Ritterschlag in der betreffenden Forschergemeinde.
Dr. Ludovic Righetti im Robotik-Labor der Abteilung "Autonome Motorik".
Dr. Ludovic Righetti im Robotik-Labor der Abteilung "Autonome Motorik".

Theoretische und experimentelle Forschung zur Bewegung von Robotern

Der Informatiker Ludovic Righetti erforscht Regelungsprinzipien und Methoden, um humanoiden Robotern kontrolliertes Gehen – auch auf unebenen Grund, was ein schwieriges Unterfangen ist – oder etwa gezielteres und gefühlvolleres Greifen zu ermöglichen. Wird beispielsweise direkt die Kraft reguliert, kann die Maschine auf mehr Feinfühligkeit programmiert werden – eine unabdingbare Voraussetzung im Umgang mit Menschen. „Unsere kraftkontrollierten Roboter können viel nachgiebiger und trotzdem präzise agieren, weil wir weniger fehleranfällige Modelle verwenden“, sagt Righetti. „Dieser Ansatz eröffnet viele Möglichkeiten und wird sich in Zukunft sicher verbreiten.“ Die von ihm und seinem Team entwickelten Methoden und Algorithmen berechnen zuverlässig und extrem schnell, wie der jeweilige Regler an unerwartete Ereignisse angepasst werden muss. Wenn zum Beispiel etwas Unvorhergesehens passiert, etwa dass der Roboter stolpert oder geschubst wird, muss er mitten in der Aktion, zum Beispiel beim Gehen, verbessert werden. „Dafür haben wir starke Algorithmen entwickelt“, sagt Ludovic Righetti.
Der aus Frankreich stammende Righetti studierte in der Schweiz und sammelte seine ersten Berufserfahrungen nach der Doktorarbeit in Kalifornien, USA. Aktuell baut Righetti eine Nachwuchsgruppe am Tübinger MPI für Intelligente Systeme, Abteilung Autonome Motorik, auf. Nicht zuletzt sind ihm ethische Fragen in der Robotikforschung sehr wichtig, weshalb er auf der ICRA 2014 in Hong Kong einen Workshop zu ethischen Themen organisiert hat.

Von Tübingen nach Berlin – mit Umweg über Stockholm

Geographisch gesehen, liegt Berlin ja eigentlich auf dem Weg zwischen Tübingen und Stockholm. Jedoch nimmt Righetti vom 16. bis 21. Mai an der ICRA 2016 teil und hält dort auch als eingeladener Sprecher einen Vortrag. Am Dienstag Nachmittag wird er die ICRA unterbrechen, um am Mittwoch, 18. Mai in Berlin den Heinz Maier-Leibnitz Preis entgegen zu nehmen. Anschließend geht es wieder zurück nach Stockholm zur Preisverleihung des RAS Early Career Award am Donnerstag, 19. Mai 2016. Außerdem sind internationale Konferenzen dieser Art eine wichtige Inspirationsquelle für die teilnehmenden Wissenschaftler. Zurück in Tübingen, werden die hinzugewonnene Reputation sowie das Preisgeld Righetti dabei unterstützen, seine wissenschaftliche Laufbahn in der Robotikforschung weiter zu verfolgen.

Kontakt: claudia.daefler@tuebingen.mpg.de (Öffentlichkeitsarbeit MPI-IS Tübingen)

 
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