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Prof. Dr. Joachim Spatz
Joachim Spatz
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Pressemitteilung

Leibniz-Preis für Joachim P. Spatz

Stuttgarter Direktor erhält höchste, wissenschaftliche Auszeichnung Deutschlands

 

8. Dezember 2016

Der Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der mit 2,5 Millionen Euro dotiert ist, wird am 15.März 2017 verliehen.

Joachim Spatz vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart wird für seine herausragenden Forschungen an der Grenze von Materialwissenschaft und Zellbiophysik ausgezeichnet. Seine Forschungen beschäftigen sich mit der Zelladhäsion: Wie binden sich Zellen aneinander? Wie haften Zellen auf Oberflächen? Auf  experimentellem Weg ist es ihm gelungen, präzise Einblicke in die Kontrolle der Zelladhäsion und Einblicke in ihre physiologischen Prozesse zu gewinnen. Dazu hat Spatz durch den Einsatz von künstlichen, molekular strukturierten Grenzflächen mögliche Wechselwirkungen auf ein Minimum reduziert. Dadurch kann er mithilfe origineller materialwissenschaftlicher und physikalischer Konzepte die Kommunikationsmechanismen zwischen Zellen auf neuartige Weise untersuchen. So konnte er auch aufklären, wie der molekulare Mechanismus der kollektiven Zellmigration bei der Schließung von Wunden funktioniert.

Joachim Spatz studierte in Ulm und an der Colorado State University Physik, schloss in Ulm seine Promotion in Makromolekularer Chemie ab und habilitierte sich ebenfalls dort mit einem Thema zur Mechanik von Zellen. Seit 2000 ist er Professor für Biophysikalische Chemie in Heidelberg. 2004 wurde er zum Direktor am Max-Planck-Institut für Metallforschung, dem jetzigen Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, in Stuttgart berufen. Seit 2008 hat er zudem eine Gastprofessur für Molekulare Zellbiologie am Weizmann-Institut in Rehovot in Israel inne. Ab 01.01.2017 ist Joachim Spatz als Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg tätig. Zusätzlich leitet er weiterhin eine Abteilung am Max-Planck-Institut für intelligente Systeme in Stuttgart.

Zum Leibniz-Preis

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Pro Jahr können bis zu zehn Preise mit einer Preissumme von jeweils 2,5 Millionen Euro verliehen werden. Mit den zehn Preisen für 2017 sind bislang insgesamt 348 Leibniz-Preise vergeben worden. Davon gingen 115 in die Naturwissenschaften, 101 in die Lebenswissenschaften, 79 in die Geistes- und Sozialwissenschaften und 54 in die Ingenieurwissenschaften. Da Preis und Preisgeld in Ausnahmefällen geteilt werden können, ist die Zahl der Ausgezeichneten höher als die der Preise. Insgesamt haben bislang 374 Nominierte den Preis erhalten, darunter 326 Wissenschaftler und 48 Wissenschaftlerinnen.

Sieben Leibniz-Preisträger haben nach der Auszeichnung mit dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland auch den Nobelpreis erhalten: 1988 Professor Dr. Hartmut Michel (Chemie), 1991 Professor Dr. Erwin Neher und Professor Dr. Bert Sakmann (beide Medizin), 1995 Professor Dr. Christiane Nüsslein-Volhard (Medizin), 2005 Professor Dr. Theodor W. Hänsch (Physik), 2007 Professor Dr. Gerhard Ertl (Chemie) und zuletzt 2014 Professor Dr. Stefan W. Hell (Chemie).

 

 
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